KlangTurmMalakoff
Der Malakoffturm von Prosper II in Bottrop, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden, ist einer der aufwändigsten erhaltenen Schachttürme an der Ruhr. Die Historische Gesellschaft Bottrop ergriff Mitte der 90er Jahre die Initiative und hat den stummen Zeitzeugen der Bergbau-Epoche vor dem Verfall gerettet. Der Turm, weithin sichtbare Landmarke an der Route der Industriekultur, dient seit dem 23.04.2004 den Bottroper Bürgern als Treff und Begegnungszentrum.
Im November 2004 spielte das Kammerorchester ein Konzert im Malakoff-Turm. Auf dem Programm standen Werke von Gustav Mahler, Alban Berg und Johann Strauß. Dieser Abend war die Geburtsstunde einer Konzertreihe unter dem Titel „KlangTurmMalakoff", die in den zurückliegenden Jahren ihre erfolgreiche Fortsetzung fand.
Über eines der zurückliegenden Konzerte schrieb Hans-Jörg Loskill in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung unter dem Titel Neue Heimat für das BKO:
„Eindrucksvolles Konzert des Bottroper Kammerorchesters im KlangTurmMalakoff auf Prosper II. - Mit diesem Ensemble kann die Stadt, kann die Ruhrgebietskultur punkten. Denn einen solch ebenso intimen wie industriell atmosphärischen Raum wie auf Prosper bietet kaum eine zweite Revierstadt auf. Das jüngste Konzert mit dem Bottroper Kammerorchester unter Leitung von Kai Röhrig bestätigte eindrucksvoll das Spezifische von Ort und Musik, die hier eben "anders" angenommen werden kann.“
Seit dem Jahr 2004 haben zehn weitere Programme - speziell auf den Raum und seine Gegebenheiten zugeschnitten - den KlangTurmMalakoff zum Klingen gebracht. Hierbei sollte es nicht darum gehen, den traditionellen Kanon des klassisch-romantischen Repertoires in altbewährter Konzertfolge Ouvertüre-Solokonzert-Sinfonie zu pflegen - im Gegenteil: ungewöhnliche Kombinationen von alter und neuer Musik, von Formen und Besetzungen, scharfe Schnitte und spannende Kontraste sollen zeitgemäßer Musikkommunikation Rechnung tragen.
Bestärkt von der positiven Resonanz beim Publikum und der Presse hat sich das Bottroper Kammerorchester mit den Auftritten im Turm ein Podium für Anspruch und Selbstverständnis geschaffen: kreative Musikvermittlung im Dialog zwischen lebendigem Konzerterlebnis und atmosphärischer Raumwirkung.
Lesen Sie dazu auch den Artikel von Rüdiger Schneider





